Identitäre Bewegung

Die Identitäre Bewegung (IB) ist ein europaweiter Zusammenschluss von Angehörigen der Neuen Rechten, die sich das Ziel gesetzt haben, in losem Zusammenhang gemeinsam die „Festung Europa“ [1] zu verteidigen und das, was sie den „Großen Austausch“ nennen, zu verhindern. Damit ist der Austausch der bisherigen Bevölkerung durch eine neue Bevölkerung, aufgrund von Migration, gemeint. Bislang kann die Identitäre Bewegung vor allem in Frankreich, Österreich und Deutschland eine große Sympathisant*innenszene verzeichnen, aber auch in Ländern wie Italien, Polen und Tschechien entstehen erste Gruppen.

Markenzeichen der Identitären Bewegung ist ein gelbes Lambda in einem Kreis, das den Schild eines spartanischen Hopliten symbolisieren soll. Ob das Logo der IB tatsächlich dem historischen Ornament entlehnt ist, oder aber aus dem Film „300“ stammt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Fest steht jedoch, dass zahlreiche ideologische Elemente der IB eng mit den Darstellungen in „300“ verbunden sind. Zufall? Egal ob Frauenbild, rassistische Resentiments, der männliche Körperkult oder die Ästhetik der IB, die Parallelen zum Film hinterlassen einen bleibenden Eindruck, auch wenn die Chefideolog*innen der IB sich schon seit einiger Zeit verzweifelt darum bemühen, ihre Positionen auf theoretisch gefestigtere Beine zu stellen.

Haupt-Aktionsform der Identitären Bewegung sind öffentlichkeitswirksame Aktionen, wie Banner-Droppings oder Flashmobs. Das Kalkül der Identitären Bewegung, mit provokanten Aktionen Öffentlichkeit zu erreichen geht dank der meist breiten Rezeption in den Medien erstaunlich gut auf. So gelang es der Identitären Bewegung in der Vergangenheit, zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene zu agitieren.

In Deutschland und Österreich ist die Identitäre Bewegung eng mit diversen Burschenschaften verbunden. So auch in Bayern. Hier spielt insbesondere die Burschenschaft Danubia, der einige der wichtigsten Mitglieder der Identitären Bewegung Bayern, darunter Paul Zeddies, Arndt Novak und Maximilian Scharfenberg, angehören, eine zentrale Rolle. Aber auch die Burschenschaft Markomannia Wien zu Deggendorf und die Münchner Burschenschaft Stauffia spielen eine tragende Rolle.

Innerhalb der Identitären Bewegung Deutschland spielt die Identitäre Bewegung Bayern spätestens seit der Wahl des bayerischen Aktivisten Sebastian Zeilinger zum stellvertretenden Vorsitzenden der IB Deutschland eine zunehmend wichtigere Rolle. Sie fungiert gewissermaßen als Bindeglied zwischen der Identitären Bewegung Österreich und der IB Deutschland.

Mitglieder der Identitären Bewegung beteiligen sich in München auch an Anti-Antifa-Aktionen. So besuchten Mitglieder der Identitären Bewegung, darunter Paul Zeddies, David Schrei, Felix Springer und Maximilian Scharfenberg mehrfach antifaschistische Veranstaltungen zur AfD, teilweise gemeinsam mit Mitgliedern der Jungen Alternative, teilweise gemeinsam mit Neonazis wie Lukas Bals und Stefan Schachtl, sowie Aktivist*innen des Bündnis Deutscher Patrioten wie Rick Wegner.

PERSONEN MIT VERBINDUNGEN ZUR IDENTITÄREN BEWEGUNG

  • Arndt Novak
  • Paul Zeddies
  • Maximilian Scharfenberg
  • Sebastian Zeilinger
  • Felix Springer
  • David Schrei

ANMERKUNGEN

[1] Unter dem Begriff „Festung Europa“ verstehen die Angehörigen der Identitären Bewegung eine Abschottung Europas gegen die Einreise von Geflüchteten. Der Begriff ist dabei einem bereits von den Nationalsozialist*innen verwendeten Begriff der „Festung Europa“ entlehnt. Einziger Unterschied: Die Nationalsozialist*innen verstanden darunter ein geeintes Europa unter deutscher Vorherrschaft, wohingegen die Vertreter*innen der Identitären Bewegung die Unabhängigkeit der einzelnen europäischen „Kulturen“ und ein friedliches Zusammenleben gewährleisten wollen.